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Vertikutieren – Rasenpflege für Profis

Vertikutieren bedeutet vertikales Schneiden oder Anritzen des Rasenbodens und der Grasnarbe. Der Boden bekommt dadurch wieder mehr Luft und wird von Filz und Unkraut befreit.

Rasen, der regelmäßig vertikutiert wird, wächst besser, sieht schöner aus und ist gesünder. Die richtige Jahreszeit zum Vertikutieren ist der späte Frühling. Der Boden sollte trocken sein und die Temperatur sollte nicht weniger als 10 Grad Celsius betragen.

In Hitzeperioden sollte nicht vertikutiert werden. Im Spätsommer kann man zum zweiten mal Vertikutieren, dann aber etwas weniger intensiv. Nach dem Vertikutieren ist es sinnvoll, eine gute Düngung und Besandung vorzunehmen.

Im Folgenden geben wir einige Tipps zum Vertikutieren und zur Rasenpflege, damit auch Sie sich stets über ein kleines, grünes Wunder freuen können, der unser aller Lebensqualität verbessert.

 

Rasen dient als Sauerstoffproduzent. Schon 300 m² gesunder Rasen lieferen in der Wachstumszeit genug Sauerstoff für eine vierköpfige Familie.

Rasen ist eine grüne Oase, ein Stück Natur in unserer schnellen, modernen, hochentwickelten Welt. Auch Sie können einiges dafür tun, dass Ihr eigener Rasen nachhaltig gesund und schön grün bleibt bzw. wird.

Rasen besteht aus einer Vielzahl von Einzelgräsern. Jedes einzelne verbessert durch Photosyntheseleistung das Mikroklima und leistet so einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit der Natur. Rasen bietet Lebensraum und Nahrung für zahllose Tiere und Kleinstlebewesen. Wie ein großer Organismus, der für alle da ist.

Es gibt kaum eine Pflanzengattung, der so viel abverlangt wird, wie den Grashalmen eines Rasens. Immer wieder werden sie “getreten” und sollen trotzdem unser Auge erfreuen. Ein Rasen hat vielfältige Aufgaben. Mal dient er als Parkplatz, Liegewiese, Spielbelag oder als Begründung von Verkehrsinseln. Und dann gibt es natürlich noch den hausnahen Rasen, der oft spielenden Kindern standhalten muss.

 

Die Graspflanze

Die Wurzeln sind das unterirdische Zentrum der Graspflanze. Der Triebgrund ist die Zentrale. Über diesem entwickelt sich die Pflanze mit mehreren Blättern. Seitlich bilden sich Nebentriebe, je nach Grasart als oberirdische oder unterirdische Ausläufer. Die Nebentriebe sind für das Wachstum in die Breite und die Dichte des Rasenteppichs zuständig. Mähen man zu tief, verletzt man den Triebgrund und die Pflanze stirbt ab. Sorgfältiges, vorsichtiges Mähen und Vertikutieren mit hochwertigen Geräten pflegt den Triebgrund und fördert ein gesundes Wachstum.

Auf die richtige Saatgutmischung kommt es an

Es ist nicht damit getan, einfach namhafte Grassaatmischungen zu kaufen, nicht jede Graspflanze ist für jeden Ort geeignet. Nutzzweck, Ort und Boden sind ausschlaggebend.

Der Rasen rund ums Haus muss sehr belastbar und pflegeleicht sein. Hierfür geeignet sind Grasmischungen aus Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel. Die schmalblättrigen Weidelgräser wachsen schnell und sind trittfest, werden aber nicht so dicht wie die sehr belastbaren und langsam wachsenden Wiesenrispen, welche sehr belastbar sind und sich gut fürs Mulch-Mähen eignen. Und die feinblättrigen Rotschwingel vertragen Schatten.

Der Rasenkalender

Frühling

Säubern Sie den Rasen mit einem feinen Rechen, Laubsauger oder einem entsprechenden Rasenmäher von abgestorbenen Blättern und Pflanzenresten aus Bäumen und Sträuchern. Sobald sich der Boden auf 10 Grad Celsius erwärmt und das Graswachstum wieder eingesetzt hat, können Rasenlücken nachgesät werden. Auch eine Düngung hilft dem Rasen, schnell wieder kräftig zu wachsen und zu grünen, falls Sie nicht schon im Vorjahr durch kontinuierliches Mulchen einen Nährstoffvorrat angelegt haben.

Etwa im April kann mit dem Vertikutieren abgestorbenem Materials begonnen werden. Durch das Vertikutieren wird Luft und Platz in die Grasnarbe gebracht. Blumeninseln sollten erst nach der Blüte gemäht werden, damit sich die Samen aussäen können. An diesen Stellen sollten Sie auch nicht düngen, damit im nächsten Jahr die Blumen wieder blühen.

Sommer

Das Gras braucht jetzt regelmäßig Wasser. Also heißt es, den Rasen regelmäßig wurzeltief zu bewässern. Hier ist es besser, weniger oft (maximal zweimal die Woche), dafür aber mit umso mehr Wasser (ca. 20 Liter je m²) zu verwenden. Sollten Sie nicht mulchen, verabreichen Sie Ihrem Rasen einen Sommerdünger. Während Hitzeperioden sollte das Gras länger stehen gelassen werden (ca. 5 cm). Mähen Sie dann bei trübem Wetter.

Sollten Sie einige Zeit im Sommer Ihren Rasen nicht gemäht haben, vermeiden Sie, möglichst viel Gras mit einem Schnitt zu schneiden. Mähen Sie besser in mehreren Durchgängen, zuerst mit höchstmöglicher Schnittstellung, dann können Sie etwas tiefer gehen. Desweiteren können Sie Unkraut im Rasen ausstechen und eventuelle Lücken im Spätsommer nachsäen, damit das Gras im Herbst noch gut anwachsen kann.

Herbst

Nun sollte der Rasen regelmäßig wurzeltief bewässert werden. Sofern Sie mulchen, entfällt für Sie der Herbstdünger. Vor dem Winter sollte der letzte Schnitt so spät als möglich durchgeführt werden, das Gras dann auf 3 – 5 cm Länge mähen. Nun können Sie nochmals hartnäckiges Unkraut ausstechen.

Zwiebelblumen wie Krokusse, Hyazinthen und Tulpen als Farbtupfer fürs Frühjahr werden nun auch gesetzt. Entfernen Sie das Laub noch vor dem Winter, am besten macht sich hier ein Rasenmäher mit Laubsaugfunktion.

Zum Frühjahr nächsten Jahres, darf man sich nun auf einen schönen und gesunden Rasen freuen.

Neuen Rasen richtig anlegen

 

Beispiel einer Motorhacke.

Zunächst einmal muss der Untergrund das richtige Verhältnis aufweisen. In schlechtem Boden kann kein schöner Rasen wachsen. So muss lehmiger und toniger Boden mit Sand und Torf aufgelockert und getrocknet werden. Ist der Boden zu sandig, trocknet der Boden aus. In diesem Fall wirkt die Zugabe von Torf und Kompost. Damit wird das Wasserhaltevermögen verbessert. Saurer Boden benötigt die Zugabe von Kalk. Dies beugt auch der Moosbildung vor.

Zunächst muss der Boden gelockert werden. Dies funktioniert am Besten mit einer Motorhacke oder Fräse. Wurzeln und Steine sollten entfernt werden. Nun muss bei Bedarf Torf oder Sand zugegeben und verrecht werden. Nun muss sich der Boden rückverdichten. Dies kann man mit einer leichten Walze beschleunigen. Dies verhindert spätere Unebenheiten. Danach werden unebene Stellen mit einem Rechen ausgeglichen. Damit Grassamen optimal anwachsen können, muss der Boden feinkrümelig sein.

Idealerweise verwendet man zum Aussäen einen Streuwagen. Dazu mischt man die Samen mit Startdünger. Hier sollte man darauf achten, dass nicht zu viele Samen eingebracht werden, denn zu dichte Graspflanzen behindern sich gegenseitig. Lieber etwas weniger säen, ca. 15 bis 20 g/m². Nun bedient man sich bestenfalls einer Gitterwalze, die das Saatgut maximal 1 cm tief in den Boden einmischt. Damit die winzigen Rasenkeimlinge nicht austrocknen, wässert man die obere Bodenschicht mit möglichst feinem Sprüher und kleinen Tropfen.

 

Aussaat

Optimal zum Aussäen der Grassamen ist der Herbst, weil dann genug Regen fällt und der Boden noch die Wärme vom Sommer gespeichert hat, denn erst ab einer Bodentemperatur von mindestens 10 Grad Celsius keimt das Saatgut. Hat die Keimung erst einmal begonnen, darf der Boden nicht mehr austrocknen. Bei guten Saatmischungen reichen 15 bis 20 g/m² für einen dichten Rasen aus. In den ersten Wochen versorgt Starterdünger die jungen Graspflanzen mit Nährstoffen. Dies führt zu einer Bildung von kräftigen Wurzeln und Trieben.

Regelmäßig Mähen

Durch regelmäßiges Mähen wird das Gras schön dicht, denn die Gräser bilden Seitentriebe, Ausläufer und Blätter. Starker Graswuchs führt auch dazu, dass Unkraut verdrängt wird. Mähen Sie den Rasen auf 3,5 bis 5 cm (im Schatten maximal 5 cm), ist der Rasen kürzer, führt dies zur Ausdünnung der Rasennarbe. Je nach Region muss der Rasen einmal die Woche gemäht werden. Hier ist darauf zu achten, dass das Rasenmähermesser immer gut geschärft ist. So wird das Schnittbild schöner und die Arbeit fällt leichter.

Bewässern

Da Gras zu 80% aus Wasser besteht, muss ihm regelmäßig Flüssigkeit zugeführt werden. Der Bedarf hängt von Temperatur und Boden ab. Bei Trockenheit sollte der Rasen ein- bis zweimal pro Woche beregnet werden. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Ihr Rasen feucht genug ist, machen Sie eine Probe. Stechen Sie mit einem Spaten einen Rasenziegel aus, ca. 15 cm tief. Ist die Erde durchgehend feucht, erhält Ihr Rasen genug Flüssigkeit.

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